Alltagstest der Marshall Major On Ear Headphones

Alltagstest der Marshall Major On Ear Headphones

2. April 2013 2 Von Lassito
Geschätzte Lesezeit: 14 minutes

Wir sind schon beim 3. Teil unseres Kopfhörertests angelangt. Inzwischen konnten wir schon die beiden Teufel und den Sony MDR-XB800 testen und ein wenig vergleichen. Heute ist der Marshall Major in weiß an der Reihe. Ob er für €99,- das leistet was wir erwarten lest ihr gleich.

Es ist relativ schwierig in so einem Vergleich den richtigen Kopfhörer zu finden vor allem wenn die Preisklassen so schwanken. Letzte Woche erhielten wir noch von Sony den MDR-1RBT für € 299,- den wir zum Schluss noch als Referenzprodukt heranziehen werden. Nach den Vorstellungen aller Kopfhörer folgt, wie schon angekündigt der Gesamtvergleich. Vielleicht kann es sogar der € 20 Philips Kopfhörer mit dem teuren Sony aufnehmen. Mal sehen.

Was bisher geschah:

  1. Teufel Aureol Massive und Real
  2. Sony MDR-XB800

 

EINLEITUNG:

Marshall kennt jeder der schon einmal mit Rockmusik usw. in Berührung gekommen ist. Seit über 50 Jahren bürgt man für Qualität in der Musikbranche.

Der Firmenschriftzug ist legendär und sicher jedem ein Begriff. Bekannt für Bühnenboxen bzw. Boxen für Gitarren hat man sich nun auch auf Kopfhörer spezialisiert. Ob das was geworden ist? Der stylische Major wird es unter Beweis stellen.

 

UNBOXING: 

Völlig unscheinbar in einer in naturfarben gehaltenen Pappschachtel kommt der weiße Major zu mir. Äußerlich macht mir das Ding schon einen ganz sympatischen Eindruck. Seitlich wird der Kopfhörer in 1:1 angepriesen, man kann sich also vorstellen was drinnen sein wird. Auf der Hinterseite kann man die ganzen Specs lesen und sich physisch auf das Klangerlebnis vorbereiten. Die Anleitung für die Steuerung ist auch drauf gedruckt. Wusste gar nicht, dass der das kann, Pluspunkt.

smartcamnews-marshall major-unboxing 1

Also ich hebe den Deckel ab und erstaune. Wow der ist ja stylisch. Zwar in weiß, eher was für Mädels, aber cool. Man hat sich was dabei gedacht um sich von der Menge abzuheben. Durch die eckigen Ohrmuscheln hat es auch was maskulines an sich. Deshalb raus damit. Probe hören steht an.

Mitgeliefert hat man noch einen abgewinkelten 3,5 mm Klinkenstecker zum anstöpseln an den Player sowie einen 6,3mm Adapter für den Verstärker. Eine Beschreibung ebenfalls ein Muss.

 

smartcamnews-marshall major-unboxing 2

 

AUFBAU UND TRAGEKOMFORT:

Der Tragekomfort ist mir am Wichtigsten. Der Klang muss passen kann aber nur dann gut sein wenn ich den Kopfhörer auf habe. Passt er nicht und bekomme ich Kopfweh habe ich vom Klang nichts.

smartcamnews-marshall major-handling 1

Der Major sitzt etwas strenger am Kopf. Sein Kopfbügel hat ordentlich Druck der von den weich gepolsterten Ohrmuscheln abgefangen wird. Er drückt im Test am Meisten. Man kann den Kopfbügel sicherlich noch selbst mit Kraft etwas nachjustieren aber am Test-Exemplar lasse ich dies lieber, will ja nichts kaputt machen.

smartcamnews-marshall major-handling 4

Im Großen und Ganzen hatte ich den Major aber auch 2 Stunden am Stück auf und man gewöhnt sich daran. Das Gewicht von 148 Gramm geht gut in Ordnung.

Rote Ohren waren zwar das Ergebnis kann aber bei On Ears vorkommen. Wie gesagt Justierung ist sicherlich möglich.

Die Handhabung mit dem Major geht mir leicht von der Hand. Als Pluspunkt werte ich die Fernsteuerung für Mobiltelefone oder Tablets. Damit kann man durch einmaliges Drücken das Lied pausieren oder das Telefongespräch annehmen, auflegen. Durch zweimaliges Betätigen wird man um ein Lied weitergereicht, bei dreimaligem antippen wieder um eines zurück. Coole Sache. Das Smartphone muss nicht mehr aus der Hosentasche außer man will wissen wer anruft. Im Test hat diese Funktion am iPhone, Androiden sowie Windows Phone funktioniert. Die Gesprächspartner werden klar wiedergegeben und auch auf anderer Seite gut verstanden. Der Major ist somit ein Allroundtalent. Ob er dies klanglich auch ist, später.

smartcamnews-marshall major-handling 3

Ein weiterer Hit ist, dass man ihn zusammenlegen kann. Er ist somit leicht verstaubar. Schade, dass man auf die Tasche vergessen hat. Die wäre notwendig gewesen da mir sonst diese Funktion nichts bringt. Das einseitig geführte Spiral-Normalkabel mit coolem goldenen Stecker ist auch was was ins Auge sticht. Gefällt mir total wie man hier auf Details geachtet hat denn auch das Auge kauft mit.

smartcamnews-marshall major-handling 2

SPEZIFIKATIONEN:

  • 40 mm Moving Coil Dynamic Speaker
  • 32 Ohm plus minus 15% bei 1kHz
  • 121 plus minus 3dB bei 1kHz 1mW (Single Speaker)
  • 20Hz – 20kHz
  • 15mW Rate Input Power
  • 20mW Maximum Input Power
  • 148 Gramm Weight
  • 1 Year Warranty

KLANGBILD:

Zwischen € 50 und € 100 bewegen wir uns ziemlich auf gleichem Niveau. Der von uns schon einmal vorgestellte co:caine City Beats ist ziemlich Klang gleich. Auch dieser hat einen 40mm Treiber. Auch vom Frequenzgang her unterscheiden sich viele der Kopfhörer nicht. Hier liegt der Großteil bei 20Hz-20kHz.

Klanglich gesehen ist der Marshall Major ganz gut. Er hebt sich nicht massiv von der Masse ab ist aber auch nicht mit einem Billigheimer zu vergleichen. Die Bässe sind da aber nicht im Vordergrund. Die Mitten und Höhen sind dafür voll bei der Sache. Die Abgrenzung der Klangbereiche zeichnen sich schön ab können aber unter voller Last leicht verwaschen. Am HTC 8S mit Beats Audio kann es schon passieren dass der Major im Bassbereich überlastet ist. Da waren die beiden Teufel und der XB800 dominanter und klanglich stärker.

Ich will hier keineswegs sagen, dass der Major nicht gut klingt doch im Vergleich mit dem Teufel Massive für € 70 zieht er leider den Kürzeren. Stylisch gesehen hat der Major inzwischen die Nase vorn. Er sieht super aus und zieht neidige Blicke auf sich. Aber wieder zurück zur Sache.

Das sind natürlich alles nur subjektive Meinungen von mir die jeder anders wahrnimmt. Durch den Test habe ich aber inzwischen ein gutes Gefühl für den Klang bekommen bzw. kann gut einschätzen wo die Grenzen eines Kopfhörers sind.

Hätte ich die Wahl zwischen dem Major und dem co:caine City Beats für € 30 und könnte ich auf die Fernbedienung verzichten würde ich vermutlich den co:caine nehmen.

Gehts mir ums Styling dann gewinnt klar der Major von Marshall. Auch derjenige der was auf Marken hält wird zum Marshall greifen denn der Name steht für Qualität, das beweist auch der Major.

Angetreten zum Test sind folgende Lieder die ich gefühlt 1000 mal angehört habe:

  • Some Chords – deadmau5
  • Klavierkonzert Nr. 2, B-Dur, 19 op. Adagio – Das große Klassik Orchester
  • Relentless – Sepultura
  • Ich schieß dich auch den Mond – Andrea Berg
  • Romeo und Julia – Ursprung Buam
  • Let´s get married – Jagged Edge
  • Leichte Kavallarie – Wiener Philharmoniker
  • Rest of my Life – Ludacris

Wie gesagt ist der Major im Mittelbereich jedoch nicht ganz vorn. Meine Frau hat sich in den Kopfhörer verliebt und würde ihn am liebsten behalten. Sie meinte:“ Wie viel besser soll der noch klingen, der ist doch super?! Der sieht ja super aus, besser als die, die du hast!“

 

FAZIT:

Objektiv betrachtet ist der Marshall Major in weiß seine € 100 Wert. Die Verarbeitung und die verwendeten Materialien sind absolut gut gewählt.

Nette Spielereien wie der goldenen Schriftzug am Kopfbügel, der nett geformte goldene 3,5 mm Klinkenstecker, die goldenen Applikationen oberhalb der Ohrpolster, all das verleiht dem Major Wertigkeit die Andere, wie der co:caine, erst suchen müssen. Hier kann ich einen klaren Pluspunkt bzw. eine 1 vergeben. Styling ist gelungen und kommt bei Frauen sicher gut an.

Was den Klang betrifft kann sich der Major leider nicht von der Masse abheben. Gegenüber einem co:caine City Beats kann er keinen Boden gut machen. Vermutlich wird er das auch nicht gegenüber dem Urbanista Los Angeles können, der preislich gleich ist und die gleichen Funktionen hat.

Der Frequenzbereich wird klar und gut abgegrenzt wiedergegeben. Außer unter Volllast und mit viel Bass ist der Major gut.

Was die Fernbedienung betrifft muss ich sagen die funkt sehr gut. Wäre für alle kabel-gebundenen Kopfhörer wünschenswert.

 

Wenn er euch gefällt und ihr was schönes am Kopf haben wollt greift zu. Wer klanglich mehr hören will sollte eher zum Teufel Aureol Massive oder Real greifen.

 

Pro:

*Styling

*zusammenklappbar

*gute Ohrpolster

*Fernbedienung

*Zubehör

 

Contra:

*etwas zu fester Druck auf die Ohren

*Bass unter Volllast

*fehlende Tasche trotz Flexibilität

Quelle: Marshall Headphones
Print Friendly, PDF & Email