Google NEXUS 7 – Der Test im Alltag

Google NEXUS 7 – Der Test im Alltag

9. August 2012 0 Von Lassito
Geschätzte Lesezeit: 20 minutes

In Deutschland und Österreich noch gar nicht zu haben konnten wir es in London schon ergattern und einem Test unterziehen. Heißt billig gleich schlecht oder heißt es im Fall des Nexus 7, billig ist gleich sehr gut. Wie sich das Nexus 7 bei uns in der Redaktion schlägt könnt ihr hier in unserem Alltagstest lesen.

 

Viele Hersteller werden Google für das Nexus 7 kreuzigen. Dies kann man vorweg schon sagen. Google stellt in Zusammenarbeit mit ASUS in nur vier Monaten das Nexus 7 zu einem billigen Preis her und bietet dafür Hardware und Software die noch von keinem anderen Hersteller zu schlagen war.

 

UNBOXING:

Das Nexus 7 versteckt sich in einer relativ kleinen graufärbigen unscheinbaren Schachtel. Ganz oben auf liegt das Tablet. Eingehüllt in Plastik damit nichts kaputt geht. Darunter befindet sich das USB-MicroUSB Kabel sowie ein Ladegerät auf welches man verschiedene Steckdosenstecker aufbringen kann. Bei unserem Tablet wurde natürlich der englische Stecker mitgeliefert. Mehr als noch eine Bedienungsanleitung ist nicht im Lieferumfang enthalten.

Schon lustig, dass viele Probleme beim Auspacken des Nexus 7 hatten. Solche Pannen konnten wir nicht nachvollziehen.

 

BESONDERHEITEN DES NEXUS 7:

Die Besonderheit des Nexus 7 ist sicherlich der gute Preis. Für € 250 erhält man ein 7“ Tablet welches Hardware und Software technisch voll mit der Zeit geht und allen Lebenslagen gewachsen ist.

Das zweite Highlight ist einfach die Größe. Ein 7 Zoll Tablet kann man ohne weiteres in der hinteren Tasche der Jean oder in der Innentasche der Jacke verstauen. Faule Ausreden, es wäre zu groß, gelten hier sicherlich nicht mehr.

Zu guter Letzt ist softwareseitig Android Jelly Bean 4.1 mit seinem neuen Dienst Google Now hervorzuheben. Das Nexus 7 ist das erste Tablet mit diesem Betriebssystem und das erste Tablet das Google Now nützen kann. Diesen Dienst stellen wir in unserem Test dann noch genauer vor.

 

DISPLAY:

Das Display des Nexus 7, ist ASUS bedingt, ein IPS LCD Display aus eigenem Hause namens ASUS TruVivid mit einer Auflösung von 1280*800 Pixeln auf 7 Zoll. Das Display soll dünner und leichter ein als andere.

Pixel per inch, ppi, hat dAS Tablet 216 vorzuweisen. Geschützt wird das Display durch Corning Glas und ist deshalb resistent gegen Kratzer. Nichts desto trotz verwenden wir eine Folie zum Schutz.

Die ppi Zahl von 216 ist absolut ein super Wert. Zwar klar geschlagen vom iPad 3 aber trotzdem ein super Wert.

Für den User sind Pixel auf diesem Display nicht mehr erkennbar.

Einige User berichten über blase Farben. Dies Phänomen konnten wir nicht feststellen. Farben wirken natürlich und kontrastreich. Von Blässe keine Rede. Auch die Helligkeit kann überzeugen. In freier Natur unter dem Sonnenhimmel war es uns immer noch möglich die News zu lesen und unsere Homepage mit Texten zu bedienen. Alles kein Problem am Nexus 7.

 

AKKU:

Der Akku, das Triebpferd eines Tablets und Hoffnungsträger für Zufriedenheit, ist im Nexus 7 mit  4325 mAh sicherlich einer der Besten. 10 Stunden Surfen am Tablet zeugt nicht von Schwäche. Videos schauen funktioniert auch im Dauertest mit 7 Stunden super. Was will man mehr als dass ein Tablet an die 8-10 Stunden durchhält. Aufgeladen wird der Akku allerdings nicht so schnell als das Xperia S. Beim Nexus dauert der Ladevorgang von 0 auf 100 zirka an die 4-5 Stunden.

 

SPEED:

Beim Speed ist das Nexus vorn dabei. Mit 1,3 GHz pro Kern (Tegra 3) kann es vollkommen überzeugen. Es gibt weder Nachdenkpausen noch Aussetzer im Videomodus oder beim Spielen. Das Nexus ist immer Herr der Lage und meistert alle Aufgaben, wie man es sich von einem Arbeitsgerät wünscht, zu bester Zufriedenheit. Seinen Beitrag dazu leisten wird sicher auch der verwendete 1GB RAM. Solche Größen sollten heutzutage zum Standard gehören.

Zugegeben können Word Dokumente, Excel Tabellen oder sonstige alltägliche Aufgaben das Nexus 7 nicht fordern doch ist es gut zu wissen, dass man immer genug Power unter den Armen hält um auch mal in der Mittagspause, zum Chillen, eine Runde Shadowgun zu spielen.  

In den von uns durchgeführten Benchmarktest, in welchen der 5 Test als Wert heran gezogen wurde, ist das Nexus immer vorn dabei. Mehr geht derzeit nicht.

 

GPS:

Gott sei Dank hat man in diesem Bereich nicht gespart. Vor allem wegen der Größe ist das Nexus 7 dazu geeignet im Auto als Navi zu dienen oder es mal bei einer Wanderung als Aufzeichnungsgerät zu verwenden. Wir haben das Nexus mit der Navigationssoftware „Sygic“ ausprobiert und sind vollends zu frieden. Der Satfix funktioniert innerhalb weniger Sekunden. Auch ein Ausweichen der vorgeschlagenen Route gibt dem Nexus nicht zu denken. Eine Ersatzroute ist sofort parat.

 

 

HANDLING:

Viele User werden sagen, das Nexus 7 wirkt billig und ist äußerlich schlecht verarbeitet. Dem müssen wir entgegnen denn bedenkt man, dass es nur € 250,- kostet muss man voll zufrieden sein. Wir auf unseren beiden Geräten können keinerlei Verarbeitungsfehler noch grobe Spaltmaße erkennen. Alles ist so wie man von ASUS Geräten erwarten kann. Es besteht von der Verarbeitung her kein Unterschied zu einem teureren Transformer Tablet.

Sicher ist die Rückseite aus Plastik doch fühlt sie sich sehr gut an und lässt gefühlsmäßig nicht erahnen dass es aus solchem gefertigt ist. Unserer Meinung nach sieht sie mit dem ASUS Schriftzug und dem Schlitz für die Beschallung (Lautsprecher) sogar sehr stylisch aus. Die kleinen Löcher in der Rückseite lassen vermuten es handle sich um Leder. So toll sieht das aus.

Was wichtig ist, es kann gut in der Hand gehalten werden und wird aufgrund der Maße von 198,5 x 120 x 10,45 mm und 340 Gramm auch nicht zu schwer. Hier kann es die Vorteile gegenüber einem 10 Zoll Tablet ausspielen. Langes arbeiten wir hier gefördert.

Blöderweise ist dem Sparstift so einiges unter gefallen. Es gibt zum ersten keine Speichererweiterung d.h. keinen Slot für eine MicroSD und zum Zweiten keinen HDMI- Anschluss. Dieser ist oft schon bei billigeren Tablets verbaut zumal das Nexus 7 auch kein MHL unterstützt.

Das Tablet betrachtet befindet sich vorne das 7“ Display sowie der Lichtsensor und die 1,2 MP Frontkamera. Tasten sucht man vergebens. Dieses sind sozusagen als Softwarekeys im System integriert worden.

Auf der linken Seite befinden sich die Powertaste und die Laut-Leise-Wippen. Auf der Unterseite ist der MicroUSB Anschluss und der 3,5mm Klinkenanschluss untergebracht. Alle anderen Seiten sind clean.

 

 

KAMERA:

Auch ein Thema welches dem Spargedanken von Google zu verdanken ist. Eine Kamera auf der Rückseite sucht man vergebens. Diese wäre wahrscheinlich zu teuer gewesen und hätte den Verkaufspreis nur in die Höhe getrieben. So weist das Nexus 7 nur eine Frontkamera auf. Diese ist mit 1,2 MP zwar für Skype ausreichend doch für mehr sicher nicht. Da stellt sich immer wieder die Frage: Braucht man überhaupt eine am Tablet? Mit Android 4.0 und Jelly Bean sicherlich. Kann man sie ja als Entsperrhilfe verwenden.

Wie gesagt die Kamera ist mehr eine kleines Feature welches es zu erwähnen gilt mehr jedoch nicht. Wir haben uns deshalb auch Beispielbilder gespart.

 

KONNEKTIVITÄT:

Google hat mitgedacht und NFC verbaut. Zwar finden wir unter den Einstellungen nur Android Beam als Option doch hoffen wir schon dieses NFC im Nexus 7 für mehr nutzen zu können. Reaktionen auf NFC Tags von Sony zeigt das Nexus 7 nicht weshalb wir derzeit nicht wissen ob es lediglich für Android Beam gedacht war.

Telefonieren kann man mit dem Nexus 7 hingegen einem Galaxy Tab 7.7 nicht. Hierzu fehlt die 3G Konnektivität. Auch ein Punkt der sicherlich dazu beigetragen hätte das Nexus 7 noch besser zu verkaufen. Gerade eben die Transportfreundlichkeit dieses Tablets hätte 3G gefördert.

Ansonsten kann man mit den Standards wie Wifi 802.11 b/g/n durch den Alltag surfen und sich vom eingebauten GPS dorthin bringen lassen wohin man will. Bluetooth ist natürlich auch an Bord. Diese Verbindungsstandards funktionieren allesamt ohne Probleme wobei ich das sehr gut funktionierende WLAN hervorheben möchte. Die Reichweite ist hervorragend sodass ein Surfausflug im Garten gesichert ist.

 

MULTIMEDIA:

Die eingebauten Lautsprecher können nicht ganz überzeugen. Auf voller Lautstärke kommt es je nach Musikrichtung oder Video vor, dass sie leicht verzerrt und blechern klingen. Ob man hier einfach zu schwache Lautsprecher verbaut hat oder es am Material liegt konnten wir nicht eruieren.

Verglichen mit einem Smartphone kann das Tablet nicht ganz mithalten. Zwar kann es zum Musik abspielen benutzt werden doch hat es nie denn Faktor eines „MP3 Players“. Dieser subjektive Eindruck hat zwar mit dem Nexus 7 selbst nichts zu tun sollte aber bedacht werden.

Zum Abspielen der MP3 Files haben wir uns mittels einer Anleitung beim Google Dienst Google Music angemeldet und einige Musiktitel hochgeladen. Der Stream auf das Nexus verlief ohne Probleme und verzögerungsfrei.

Zum Abspielen von Videos ist das Nexus 7 prädestiniert. Die Displaygröße von 7“ ist genau richtig. HD Videos sind brillant und farbenfroh. Farblich gesehen nicht so grell wie auf einem Amoled Display aber immer noch vorn dabei. 

Fototauglich und somit auch als Fotorahmen kann man das Nexus 7 ebenfalls verwenden.

Ein großer Minuspunkt ist der nicht ausreichende Speicher von entweder 8 oder 16GB. Hier hätte man können ruhig 32GB verbauen und dafür vielleicht € 25,- mehr verlangen. Kein Kunde hätte darüber nachgedacht.

Andererseits werden sich Clouddienste wie Box, Dropbox oder Google Drive darüber freuen neue Kunden begrüßen zu dürfen.

Softwareseitig bringt Google mit Google Now einen neuen Dienst. Dieser funktioniert richtig gut und teilt seinem User, bevor der Tag überhaupt beginnt mit, welches Wetter heute herrschen wird, wie lange man zur Arbeit benötigen wird und wie die Spiele seiner Lieblingsmannschaften ausgegangen waren. All das kann Google Now und gibt dem User damit das Gefühl immer bestens informiert und einen Schritt voraus zu sein. 

 

FAZIT:

Das Nexus 7 hat schon vor dem Verkaufsstart Lorbeeren erhalten. Eigentlich wusste keiner wie sich das Tablet geben wird doch jeder wollte es schon vorab haben. Auch wir in der Redaktion konnten und dem WILL HABEN Gefühl nicht verwehren und besorgten es sogar in London.

Gott sei Dank wurde unser Weg reichlich belohnt. Das Nexus 7 ist gefühlt schon etwas reifer geworden als z.B. das Transformer TF 101. Preis-Leistung stimmt. Wir denken nicht, dass € 250,- für die 16GB Version zu viel sind. Im Gegenteil wird mit dem Nexus 7 einiges geliefert.

Der Formfaktor, das Gewicht bzw. die Handlichkeit lassen immer wieder das Gefühl aufkommen das Tablet nicht aus den Händen geben zu wollen. Wir müssen uns immer wieder selbst bei den Hörnern nehmen und uns sagen:“ Nicht immer grinsen!“  Dieses Gefühl bekommt man einfach wenn man mit dem Nexus 7 arbeitet. Eben genau Dinge wie Nachdenkpausen, hängende Browser oder Verbindungsabbrüche sind beim Nexus 7 nicht vorhanden.

Über Updates braucht man sich keine Gedanken machen. Diese kommen stets von Google und immer sofort nach Release. So auch als wir das Nexus ausgepackt hatten. Zwei Minuten später wurden wir mit einem Update belohnt.

Softwareseitig ist es Google gelungen die Performance gefühlt zu verbessern. Dienste wie Google Now sind unserer Meinung nach richtungsweisend.

Alles in allem sei jedem geraten, sollte das Nexus bei uns verfügbar sein, dieses zu kaufen. Preis und Leistung sind stimmig und im Einklang.

 

TECHNISCHE SPECS:

  • 7 Zoll IPS mit 1280×800 Pixel
  • 8 GB oder 16 GB interner Speicher
  • 1 GB RAM
  • Tegra 3 Prozessor mit 1,3 GHz
  • Frontkamera mit 1,2 MP
  • 4325 mAh Akku
  • 198,5 x 120 x 10,45 mm und 340 Gramm
  • NFC, Bluetooth, Wifi 802.11 b/g/n

 

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