PEAQ MUNET – die Multiroom Kampfansage

PEAQ MUNET – die Multiroom Kampfansage

14. August 2014 0 Von Lassito
Geschätzte Lesezeit: 24 minutes

Vor Jahren hat man darüber geschmunzelt. Wer braucht schon Multiroom Systeme wie die von Sonos, Bose oder jetzt neu von PEAQ?

Wer einmal eines sein Eigen nennen konnte, weiß warum man davon nicht genug bekommt und ständig an einer Erweiterung arbeitet.

Als Testpendant haben wir uns das nigel nagel neue Multiroom System “MUNET” von PEAQ ins Haus geholt und vergleichen es mit dem Platzhirsch Sonos.

VORWORT:

Zur Erklärung:PEAQ repräsentiert edle Eigenmarkenprodukte von Media Markt und Saturn, die inzwischen nicht mehr vom heimischen Markt wegzudenken sind: Die innovativen, stylishen Produkte ergänzen das Sortiment im Heim-Musik-Bereich bei Media Markt wie auch bei Saturn vor Ort genauso wie in den Online-Shops.

Ob das MUNET System, das steht für Music Network, zu den anderen aufschließen kann und vor allem ob es klanglich seines Gleichen sucht lest ihr gleich.

 

UNBOXING:

Das Munet System gibt es in drei verschiedenen Versionen. Zuerst der kleinste Speaker, der  SMART PMN300-W. Dem folgt der  PRO PMN-700-W, der mehr Power hat und zu guter letzt folgt der LINK PMN400-B, der zum Einbinden der heimischen Anlage dienen soll.

Verpackung - Peaq MuNet

Verpackung – PEAQ MUNET

Für den Test haben wir den SMART-, sowie den PRO Speaker organisiert.

Die Verpackung macht neugierig. Die Paketgröße der beiden Lautsprecher ist ganz schön unterschiedlich. Allein schon deswegen lässt sich vermuten, dass der PRO das Herzstück des MUNET-Systems sein muss.

Innenleben Verpackung - Peaq Munet

Innenleben Verpackung – PEAQ MUNET

Den Deckel geöffnet, erkennt man, dass man es darauf anlegt hochwertige Produkte zu fabrizieren. Die Speaker selbst sind neben Styropor nochmals in eine Stoffhülle eingepackt. Die Gehäuseränder schützt Styropor vor ungeliebten, abgestoßenen Kanten.

Daneben finden wir ein Netzteil, das, sowie die Speaker, in derselben Farbe, bei uns weiß, geliefert wird. Als Letztes fehlt noch die Bedienungsanleitung sowie ein 3,5mm Klinkenkabel.

Lieferumfang Smart und Pro - Peaq Munet

Lieferumfang SMART und PRO – PEAQ MUNET

 

Netzteil Anschluss - Peaq MuNet

Netzteil Anschluss – PEAQ MUNET

 

Da das Munet Mutliroomsystem, im Vergleich zum Sonos, schon von Haus aus ohne Bridge (inzwischen auch nicht mehr notwendig) auskommt, bedarf es nicht mehr an Lieferumfang. Wir sind sozusagen tutto completto.

 

HANDLING:

Mit folgenden Ausmaßen muss man rechnen, wenn man sich einen der beiden Speaker kaufen will.

 

 

  • 125 x 225 x 100mm und 3kg (Smart)

 

sowie

 

 

  • 210 x 380 x 158mm und 10,8kg (Pro).

 

Der PRO ist, wie man erkennen kann, doch ein nettes Stück größer als der SMART und passt nicht so leicht in ein Regal. Hier hat der SMART durchaus Vorteile und wird aufgrund des Gewichtes wahrscheinlich hin und wieder mit auf die Terrasse genommen werden.

Beim PRO hingegen kann man davon ausgehen, dass man knappe 11 Kilo nicht des Öfteren wuchten wird.

Die Verarbeitung lässt bei beiden Speakern keine Wünsche offen. Die verwendeten Materialien (Holzgehäuse) sind sehr hochwertig und Spaltmaße kennen beide nicht.

Sehen wir uns die Speaker genauer an, so finden wir an beiden

 

 

  • ein Touchpanel mit (StandBy, Mute und Volume +/-) auf der Oberseite
Touchpanel Smart + Pro - Peaq MuNet

Touchpanel SMART + PRO – PEAQ MUNET

 

sowie mehrere Anschlüsse auf der Hinterseite

 

Hinterseite - Peaq MuNet

Hinterseite – PEAQ MUNET

 

 

  • Netzanschluss

 

  • 3,5mm Klinken AUX-In

 

  • USB-Anschluss (5V und 500mA)

 

  • Wifi Button
Anschlüsse Hinterseite - Peaq MuNet

Anschlüsse Hinterseite – PEAQ MUNET

 

Die Vorderseite wird durch ein feinmaschiges Alugitter gestaltet und mutet sehr hochwertig an. Der Bodensockel verfügt über ein wabenartiges Muster und fügt sich harmonisch ins Gesamtkonzept ein.

 

Wabenmuster Bodensockel - Peaq MuNet

Wabenmuster Bodensockel – PEAQ MUNET

Im Ganzen - Peaq MuNet

Im Ganzen – PEAQ MUNET

 

Im Großen und Ganzen sind beide Multiroomer gelungen. Wer modern liebt, wird auch die MUNET´s lieben.

 

EINRICHTUNG UND AUFBAU:

Ich kannte ja das System von Sonos und hatte dort beim Aufbau bzw. der Einrichtung schon ein wenig zu bemängeln. Was mich am meisten gestört hat war, dass man gezwungen war, einen Komponenten mittels LAN-Kabel an den Router zu schließen und dies erst seit kurzem der Vergangenheit angehört, denn es kann jetzt ohne Bridge und Kabel gearbeitet werden.

Beim MUNET System funktioniert die Einrichtung ohne lästige Kabel. Bekanntlich hat man Wifi integriert und genau diese Waffe benötigen wir für die Einrichtung.

Am aller leichtesten ist es, sofern der Router sowas besitzt die WPS-Taste zu drücken, und die MUNET Komponenten, mittels Wifi-Taste auf der Rückseite, mit dem zur Verfügung stehendne Wlan-Netzwerk zu koppeln.

Ist man nicht so fortschrittlich so bleibt eine zweite Möglichkeit die etwas umständlicher aber keineswegs unlösbar ist.

So haben wir uns an die 2. Möglichkeit gemacht und den Smart mal an die Steckdose gekapselt. Kurz darauf installierten wir per Google Play Store das MUNET App auf dem Androiden, HTC One M7, und schon konnte es losgehen.

Sehr hilfreich ist der integrierten Support, der durch die Einrichtung führt. Es kann vorab auch ein Video angesehen werden, um die ersten Schritte zu meistern.

Wir hingegen lesen lieber und so haben wir die Einrichtung kurzer Hand per Smartphone gemacht.

Man muss nicht mehr tun, als auf der Rückseite kurz die Wifi Taste zu drücken und dann im Wlan Menü des Smartphones oder Tablets auf das Erscheinen des MUNET Gerät zu warten. Ist dieser sichtbar verbindet man sich per Wlan mit diesem. Im nächsten Schritt wird eine interne Wlan-Verbindung aufgebaut und zu guter Letzt dem Speaker gesagt, welcher Wlan Router bzw. welches Netzwerk für ihn vorgesehen ist wobei das Passwort noch eingegeben werden muss bevor man Musik hört.

Als unumgänglich gilt die Anmeldung bei FlowLive, bei dem man einen Account anlegen muss.

Über diesen Dienst wird sämtliche Musik gesteuert, wie auch euer Juke Account, der der Einzige ist, der freigeschaltet werden kann.

So habe ich auch dies erledigt und konnte dann nach etwa 10 Minuten Musik aus dem Smart genießen.

Gleich danach beschloss ich den PRO noch im Wohnzimmer zu installieren, was übrigens gleich funktionierte und somit keine Hexerei war.

Als Besonderheit und als Pluspunkt gegenüber Bose oder Sonos ist hervorzuheben, die Kompatibilität der App mit anderen CASKEID-Lautsprechern.

 

ERWEITERUNG:

Wie auch schon beim Sonos System, können bei MUNET genau so zwei SMART oder zwei PRO als Stereopaar zusammengefügt werden. Ein mixen von SMART und PRO als Stereopaar gelingt leider nicht.

Was aber als Alternative überbleibt ist gleichzeitiges Beschallen mit derselben Musik, dann aber nur im Monomodus.

Insgesamt kann die Anlage bis zu 14 Endgeräte erweitert werden. So viele Geräte wird man aber nur benötigen, wenn man Besitzer einer Großraumwohnung oder Wohnhauses ist.

Grundsätzlich ist es somit möglich, einen im Badezimmer aufzustellen, den Anderen im Wohnzimmer und auf Beiden unterschiedliche Musik zu hören wobei es nicht darauf ankommt welche Quelle (Juke, Radio, eigenes Gerät) verwendet wird. Voraussetzung ist nur die PEAQ MUNET App.

 

BEDIENUNG:

Die Bedienung erfolgt grundsätzlich über ein App, das für iOS und Android zu Verfügung steht. Windows Phone User oder auch Windows und Mac Besitzer bleiben außen vor.

[appbox googleplay id=com.imtron.mediasaturn.peaqmunet.app]

Im Vergleich zum Sonos App muss man aber zugeben, dass die MUNET App nicht ganz ausgereift ist und noch ausgebaut gehört. Die Ähnlichkeit zur Pure App ist sofort erkenntlich.

Allerdings positiv hervorzuheben ist, dass die App sofort auf Befehle reagiert und auch die Speaker verzögerungsfrei die Musik wiedergeben außer sie waren zuvor im Standby denn dann kann es passieren, dass sie das heimische Netzwerk nicht mehr finden oder sich dort wahrscheinlich nicht mehr einloggen. Auch dauert die Suche nach den Speakern im App oft wirklich lange.

So auch im Test passiert was die Folge hatte dass beide Speaker vom Netz getrennt werden mussten bevor es weiter ging.

Weiters ist ist man stark von seinem Router bzw. der Internetverbindung abhängig. Bei unserer Glasfaserleitung (50Mbit) und dem guten Router gab´s fast nie Wartezeiten außer dem zuvor angeführten Problem.

Die App für Android ist übersichtlich in Registern aufgebaut. Man nutzt die App indem man seitlich switcht. So kommt man zu verschiedenen Rubriken. Weiters kann man zwischen “Entdecken”, “Blättern” und “Ich” die Hauptrubriken wählen. Die Rubrik Empfohlen unter Entdecken gefällt von Anfang an, da dort manchmal Musik vorgeschlagen wird, auf die man nie kommen würde.

Schade finden wir, dass als Streamingdienst vorab nur Juke akzeptiert wird. Ich selbst habe da kein Problem, da Juke mein bevorzugter Dienst ist, aber wäre die Integration von Soundcloud und Anderen noch das Tüpfelchen auf dem i.

Das Fehlen weiterer Streamingdienste lässt das MUNET System bei vielen durch das Raster fallen. Jedoch sollte man nicht verzagen da man z.B. Spotify per Bluetooth streamen kann, nämlich im Friendsmode.

Schade auch, dass es keine Apps für Mac und Windows gibt.

Hervorzuheben ist, dass man seine eigene Musiksammlung, die sich auf den jeweiligen Endgeräten, Computer, Smartphone oder Tablet befindet, ohne großes Können abspielen kann. Mit einem HTC One M7 funktionierte dies wunderbar. Sollten Probleme auftauchen gibts eine Lösung auf der Rückseite der Speaker. Der 3,5mm Klinkenanschluss kann für alle Arten von Abspielgeräten wie MP3, Smartphones, Tablets usw. genutzt werden.

Noch eine Besonderheit beherrscht das Multiroom System. Der so genannte Friendsmode erlaubt es, dass man seinen Freunden das Abspielen ihrer Musik per Bluetooth auf eurem MUNET erlaubt. So ist dem Partyspaß keine Grenze gesetzt und jeder kann was dazu beitragen, ohne großartig Festplatten und sonstiges Equipment mitzunehmen.

 

UPDATE:

Das MUNET wurde mit einem Update versorgt was dazu führt, dass man im Friendsmode nicht mehr nur auf einen Speaker streamt sondern alle im Netzwerk befindlichen Speaker ansprechen kann ohne mit dem Endgerät mit dem Netzwerk verbunden zu sein.

 

IM INNEREN:

Der SMART beherbergt innerhalb seines Gehäuses 2 x 10 Watt Membrane, die ordentlich klingen.

Sein großer Bruder hingegen kann mit 2 x 20 Watt schon mehr aufweisen und zeigt dies auch im Duell. Auf der Hinterseite des Gehäuses sind so genannte Bassreflexrohre angebracht, die für den richtigen Bums sorgen.

Bassreflexrohe beim PRO - PEAQ MUNET

Bassreflexrohe beim PRO – PEAQ MUNET

 

KLANG:

Der Klangtest begann wie schon so oft bei unseren Kopfhörertests mit unserer Juke Playlist. Songs aus allen Genres muss das MUNET System wiedergeben. Eine Einspielzeit hat man den Speakern gewährt. So spielten wir 12 Stunden Sound ab ohne vorab den Klang zu bewerten.

  • Some Chords – deadmau5
  • Klavierkonzert Nr. 2, B-Dur, 19 op. Adagio – Das große Klassik Orchester
  • Relentless – Sepultura
  • Ich schieß dich auch den Mond – Andrea Berg
  • Romeo und Julia – Ursprung Buam
  • Let´s get married – Jagged Edge
  • Leichte Kavallarie – Wiener Philharmoniker
  • Rest of my Life – Ludacris

Nach dieser Einspielzeit setzten wir uns zuerst vor den SMART.

Mit 2 x 10 Watt vermag er doch recht ordentlich laut zu sein. Für Räume von maximal 20m² ist der SMART die richtige Wahl. Im Vergleich zu einem Sonos Play 3 ist der SMART bei den Höhen etwas heller hat aber im Tieftonbereich das Nachsehen. Der Bass kommt etwas zu sanft am Zuhörer an was aber im App mittels dem Equalizer ein wenig verbessert werden kann. Ansonsten gefällt er uns gut.

Der PRO mit seinen 40 Watt spielt von Anfang an massiver und wuchtiger. Das liegt auch am Klangraum. Die beiden Bassreflexrohre auf der Rückseite lassen das Ding richtig rocken. Bei bassintensiven Musikstücken spielt der PRO sein Können aus und lässt den Play 5 von Sonos etwas blass aussehen.

Die Mitten und Höhen sind etwas heller abgestimmt als bei Sonos was dem Ganzen aber sehr gut tut und freundlicher wirkt. Im Großen und Ganzen spielt der PRO die Musikstücke unaufgeregt. Auch hier lassen sich die Höhen und der Bass per Equalizer verstellen.

Als Abschluss des Musikfeuers folgte dann noch Herbert Pixner mit seinem Album Quattro, denn die Ziehharmonika Musik fordert einiges an Tonlagen von den Lautsprechern.

Die schnellen Passagen im Stück Quattro, meistert der PRO wie auch der SSMART ohne Probleme. Dreht man das Volumen, sprich die Lautstärke fast bis auf das Maximum dann übersteuern die Speaker leicht. Aber mal ehrlich, so laut hört doch keiner.

Von der Reichweite würden wir dem Speaker einen Raum von 50m² locker zutrauen.

Also fassen wir zusammen. Der SMART findet sich als Mittelding zwischen Play 1 und Play 3 von Sonos ein, kann aber im Klang nur bei den Höhen richtig zu schlagen. Außerdem fehlt dem SMART ein LAN Anschluss und die Wasserfestigkeit im Gegensatz zum Play 1.

Insgesamt stellen wir dem kleinen Brüllaffen ein sehr gutes Zeugnis aus, bedenkt man den Preisunterschied von € 20,- zum billigsten Sonos Pendanten Play 1.

Der PRO ist im Vergleich zum Play 5 ein wahrer Klanggenuss. Der Pro lässt das Herz in der Redaktion höher schlagen und macht ordentlich Spaß. Er ist für alle Genres geeignet und macht auch vor starkem Bassgewirr nicht halt. Die ausgewogenen und sehr hellen Mitten und Höhen passen dem PRO sehr gut.

 

FAZIT:

Als Sonos Besitzer muss ich mich verneigen. PEAQ oder besser gesagt die Media Markt und Saturn haben es geschafft, mit dem MUNET ein Multiroom System zu schaffen das mit anderen Systemen mithalten kann.

Vor allem die synchrone Wiedergabe sowie der spitzenmäßige Klang des PRO sprechen für den Kauf. Auch der SMART ist nicht aus den Augen zu verlieren. Ein wenig mehr Feingefühl bei der Abstimmung wäre aber notwendig gewesen.

Der derzeitige Negativpunkt der dem System anlastet, ist die doch etwas holprige Verbindung der Speaker mit dem Netzwerk. Die Wartezeit beim Einschalten der Speaker führt hin und wieder zu Stirnrunzeln. Auch die App sollte mit einem Update versorgt werden was aber für August 2014 angekündigt ist.

Ansonsten kann man das System jeden empfehlen, der gerade auf der Suche nach einer guten Lösung für sein Heim ist. Mit Preisen zwischen € 129,- für den LINK und € 249,- für den PRO ist man billiger als die Konkurrenz, schenkt dies aber definitiv beim Klang nicht her. Ein Gesamtsystem für 2 Räume kostet somit im billigsten Fall € 258. Greifen wir zu 2 SMART Speakern dann ist man mit € 358,- voll dabei. Nehmen wir von jeder Komponente einen dann sprechen wir von € 557,- was durchaus in Ordnung geht.

Zum Abschluss bleibt nur zu hoffen, dass PEAQ noch was nachlegt und sein System in Zukunft ordentlich mit Updates versorgt.

 

Ach ja, danke an Media Markt Innsbruck für die Bereitstellung der Testgeräte. 

Pro

Kontra

Preis

fehlender LAN-Anschluss

Verarbeitung

Integration von Streaming Diensten

Klang

App noch unausgereift
Erweiterbarkeit
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