Alltagstest der Koss Porta Pro On Ear Kopfhörer

Alltagstest der Koss Porta Pro On Ear Kopfhörer

16. April 2013 1 Von Lassito
Geschätzte Lesezeit: 16 minutes

Wir hatten jetzt schon so einige Kopfhörer vorgestellt. Inzwischen beim 5.Teil angekommen zeigen wir euch heute einen ganz besonderen On Ear. Bekannt seit Jahrzehnten ist der Koss Porta Pro sicherlich immer die richtige Wahl wenn man nicht weiß was man will bzw. etwas auf Retro steht. Wie sich der Koss Porta Pro gibt gleich.

Bisher habt ihr nur sehr stylische Dinger hier bei uns gesehen. Alle waren designtechnisch am Puls der Zeit nur der jetztige, Koss Porta Pro, ist ein Oldtimer. Vom Aussehen her erinnert er mich stark an die 70er. Deshalb auch hat er mich interessiert und liest man die Bewertungen auf Amazon kann man sich vorstellen wie das Ding abgeht. So auch gesellte er sich zu den Testkandidaten und muss beweisen was er kann.

Ich will euch aber nicht lange auf die Folter spannen und beginne mit dem Test.

Was bisher geschah:

  1. Sony MDR-XB800
  2. Marshall Major
  3. Urbanista Los Angeles und Copenhagen

 

EINLEITUNG:

Die Firma Koss aus Amerika ist vielen ein bekannter Name. Steht man schon lange für Qualität und tollen Hörgenuss. Der Koss Porta Pro seit 1984 am Markt steht für top Qualität, Garantie bis zu 10 Jahren und coolem Retrodesign. Das zumindest verspricht man seitens dem Hersteller. In diversen Testberichten konnte der Porta Pro schon zeigen was er kann und heimste schon einige Titel ein. Großteils wird im sehr gute Klangqualität vorrausgesagt die wir natürlich testen wollten.

 

UNBOXING:

In einer mattschwarzen Schachtel kam er zu mir. Nicht wie bei Amazon angezeigt in einer Plastikverpackung. Es war also hingegen einiger Meinungen auf Amazon der Originale von Koss. Auf der Schachtel ist der Kopfhörer selbst aufgedruckt. Alles wirkt sehr edel und steigerte die Spannung auf den On Ear selbst. Natürlich gleich ausgepackt und den Retrokopfhörer in Händen musste ich schon lachen. Das Teil ist wirklich Retro und erinnert mich stark an meinen ersten Kopfhörer mit den Stoff Ohrpolstern. Die verwendeten Farben, türkis, schwarz und silber wirken nicht mehr ganz zeitgemäß passen aber perfekt zum Koss Porta Pro. Der offene Metallbügel, alles war wie früher und versetzte mich wirklich um Jahre zurück. An diesem Punkt könnte man wirklich meinen, dass auch der Klang wie damals sein muss. Er liegt also einige Jahre der Entwicklung zurück?

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Irgendwie gefiel er mir aber so gut dass ich meine co:caine´s in die Ecke legte. Ich musste diesen Retrotyp gleich testen. Ach ja, eine Tasche zum Einpacken ist auch dabei und sorgt so für guten Schutz beim Transport. Ansonsten ist nichts mehr aussergewöhnliches mehr in der Verpackung.

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AUFBAU und TRAGEKOMFORT:

Hier werden sich einige Fragen welche Unterschiede zum letzte Woche vorgeführten Urbanista Copenhagen bestehen? Keine muss ich sagen den der Metallbügel ist auch beim Koss Porta Pro nicht verhüllt bzw. in Stoff eingefasst. Auch hier frisst es mir beim Verstellen die Haare vom Kopf und dies kann man wortwörtlich nehmen. Der Porta verfügt aber über Schläfenpolster aus Schaumstoff die den Tragekomfort erhöhen sollen, Diese Polster bzw. den Anpressdruck im unteren  Bereich des Bügels kann man in 3 Stufen verstellen sodass jeder das Tragen für angenehm empfinden wird. Ich zumindest muss zugeben, dass der Porta auch nach 4 Stunden dauertragens noch angenehm sitzt und wegen der 83 Gramm nicht auffällt. Er ist somit der leichteste Kopfhörer im Test und das merkt man.

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Blöderweise kann man aufgrund der Bauweise das 3,5mm Klinkenkabel nicht einseitig führen. Der Metallbügel lässt dies nicht zu. Die Ohrmuscheln sind von weichen Schaumstoffpolstern umgeben die stark an das erinnern was mal vor 30 Jahren war. Trotzdem erfüllen diese ihren Zweck und schützen das Ohr vor den Kanten des Lautsprechers gleich gut wie die Anderen im Test. Ich hatte nie das Gefühl, dass sie zu wenig gepolstert sind. Auch konnte ich mich nie über den Anpressdruck ärgern denn dieser ist absolut gut, Schläfenpolstern und dessen Verstellung sei Dank.

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Betrachtet man die Verarbeitung des Ganzen kann man es von zweit Seiten sehen. Irgendwie wirkt er wie ein Billigheimer aus Fernost und andererseits wie ein teures Rennrad aus einer Edelschmiede da beim Porta alles was nicht sein muss weggelassen wurde um den Komfort zu erhöhen.

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Was mir total gut gefallen hat ist dass der Porta so klein zusammengelegt werden kann dass er fast in die Hosentasche passt. Man würde nicht vermuten wie durchdacht das Ganze ist. Ich würde auch empfehlen den Porta immer im mitgelieferten Sack zu verstauen da er ansonsten bzw. die Schaumstoffpolster verschmutzen können.

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SPEZIFIKATION:

  • Dynamische Elemente: Ja
  • Verstellbarer Kopfbügel: Ja
  • Transport: faltbar, mit praktischer Tragetasche
  • Empfindlichkeit: 101 dB SPL/1mW
  • Stecker: 3,5-mm-Klinke, Stereo, vergoldet
  • Anschluss: 3,5 mm-Klinkenstecker
  • Ausführung: Stereo
  • Empfindlichkeit Kopfhörer: 101 dB
  • Farbe: Silber/Schwarz
  • Freuenzbereich Kopfhörer: 15 Hz – 25 kHz
  • Impedanz Kopfhörer: 60 Ohm
  • Kabellänge: 1,2 Meter
  • Verbindung: Kabel

Trotz einer Impedanz von 60 Ohm klingt der Koss Porta Pro richtig fantastisch und laut genug. An meinem HTC 8S konnte ich gar nicht richtig auf volle Lautstärke hochdrehen da ich ansonsten den Test nicht mehr fertig machen hätte können. Auch der Frequenzbereich von 15Hz-25kHz hat mich sehr verwundert. Andere Kopfhörer im Test haben hier das Nachsehen.

 

KLANGBILD:

Auf dieses war ich am Meisten gespannt. Wie kann ein solcher Retroknochen denn klingen. Die Technik sicherlich veraltet. Aber da schau an, der Porta Pro klingt einmal angesteckt so etwas von klasse, dass ich in den ersten Hörversuchen sprachlos war. Was ich da hörte überzeugte mich sofort von dem Versprechen von Koss, dass die Kopfhörer sehr gute Klasse sind. Es stimmt wirklich. Die Bässe sind detailreich zu hören und klingen nicht verwaschen. Auch unter Volllast pustet ihm der Bass nicht das Licht aus. Hip Hop oder Fans von starken Bässen kommen mit dem Porta voll auf ihre Kosten. Tiefe Töne dringen druckvoll in den Gehörgang ein und erschüttern alles was dort so vorhanden ist.

Bei den Mitten und Höhen zeigt er leichte Schwächen die aber dem starken Tiefgang geschuldet sind. Bedenkt man, dass man derzeit bei Amazon nur €23,- mit Versand aus der Schweiz bezahlt ist das gleich vergessen. Es soll auch keineswegs heißen, dass der Porta hier total abstürzt oder so aber es verhällt sich gleich wie beim Urbanista Los Angeles der aufgrund seiner starken Bassauslegung die Mitten und Höhen in Grund und Boden spielt.

Ich muss zugeben, richtig abschirmen tut er die Umgebung nicht weshalb auch ein ganz ungestörtes Vergnügen nicht beschert wird. Auch die Banknachbarn können mithören und erfreuen sich unserer Testsongs. Ich hoffe es hat ihnen gefallen. Die gefühlt 100 Mal angespielten und gehörten Testsongs wurden nach mehreren Stunden einspielens immer besser. Man sagt ja auch, dass man Lautsprecher erst einspielen soll bevor sie ihre wahre Klangqualität zeigen. So auch beim Porta. Der klingt gefühlt nach einiger Zeit echt besser und noch sauberer wie zu Anfang.

  • Some Chords – deadmau5
  • Klavierkonzert Nr. 2, B-Dur, 19 op. Adagio – Das große Klassik Orchester
  • Relentless – Sepultura
  • Ich schieß dich auch den Mond – Andrea Berg
  • Romeo und Julia – Ursprung Buam
  • Let´s get married – Jagged Edge
  • Leichte Kavallarie – Wiener Philharmoniker
  • Rest of my Life – Ludacris

Diejenigen die auf starke Basspräsenz bei Kopfhörern stehen sind beim Porta richtig beraten. Alle anderen sollten sich eher was ausgewogeneres wie den Aureol Real von Teufel ansehen.

 

FAZIT:

Die Stärken des Koss Porta Pro liegen eindeutig am Gewicht und dem tollen sehr kleinen Packmaß. Weiters ist der Bass nicht zu vergessen wie auch die 10 jährige Garantie seitens des Herstellers. Jedoch als ware stäre würde ich sogar das Retrodesign im 80er Jahre Stil anführen. Damit erreicht der Porta ein Alleinstellungsmerkmal das ihm keiner so schnell streitig wird.

Als Schwächen kann man durchaus den dominanten Bass anführen da dieser gleichzeitig die Mitten und Höhen in den Boden spielt. Auch der Haareraubende Kopfbügel ist eine Schwäche des Porta gehört aber zum Design.

Für Bass-Freunde und Liebhaber tiefer Töne ist der Porta durchaus eine Option. Wer wenig Geld ausgeben will sollte auch zum Porta greifen denn dieser vereint viele gute Merkmale in einem Gerät zu gutem Geld.

 

Pro:

*Packmaß

*10 Jahre Garantie

*Gewicht

*Preis – Leistung

*Bass

*Transporttasche

 

Contra:

*Mitten und Höhen zu schwach für Bass

*offener Bügel (haareraubend)

*beidseitig geführtes Anschlusskabel

Quelle: Amazon
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